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Medizinische Notwendigkeit im privatzahnärztlichen Bereich (gemäß GOZ)

Die medizinische Notwendigkeit beruht auf dem Gedanken, dass ein in statischer wie auch dynamischer Okklusion ideal abgestütztes Gebisssystem wenig anfällig für Erkrankungen der Zähne, des umgebenden Knochen-, Gelenk- und Weichteilapparates ist.

Die Notwendigkeit für eine kieferorthopädische Behandlung kann auf rein medizinischen, kombiniert medizinischen und nichtmedizinischen und auf rein nichtmedizinischen Aspekten beruhen.

Rein medizinische Aspekte kommen bei einer guten optischen Anmutung, aber funktionellen Mängeln, wie einer Distalbisslage zum Tragen.

Kombiniert medizinische und nichtmedizinische Aspekte sind wohl die am häufigsten anzutreffende Motivation für eine kieferorthopädische Behandlung – optische Mängel kombiniert mit funktionellen Defiziten.

Rein nichtmedizinische Aspekte sind Grund für eine ästhetisch motivierte Behandlung eines sowohl in statischer wie auch dynamischer Okklusion ideal abgestützten Gebisssystems mit kleinen optischen Mängeln.

Juristisch betrachtet gilt gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofes, dass eine Heilbehandlung dann medizinisch notwendig ist, „wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen. Das ist im Allgemeinen dann der Fall, wenn eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Verfügung steht, die geeignet ist, die Krankheit zu heilen oder zu lindern.“

Zusätzlich hat der Bundesgerichtshof geschrieben:

„Die objektive Vertretbarkeit der Behandlung ist bereits dann zu bejahen, wenn sie nach medizinischen Erkenntnissen im Zeitpunkt ihrer Vornahme als wahrscheinlich geeignet angesehen werden konnte, auf eine Verhinderung der Verschlimmerung einer Erkrankung oder zumindest auf ihre Verlangsamung hinzuwirken.“